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Figuren

Der Fasching allgemein
Der Ursprung des Fas - oder Fastnacht bzw. Faschings (egal, wie man dies nennen will) ist ein mittelalterliches Brauchtum christlicher Prägung und ein Teil des Kirchenjahres. Im Mittelalter hat sich die Kirche aktiv am Faschingstreiben beteiligt. Das Wort Fasching leitet sich von vastschang ab. Es bedeutet den Ausschank, die Bewirtung der Fasnachtler mit Brot und Wein bzw. den Fastentrunk durch den jeweiligen Pfarrer oder Abt. Schon um 1623 sind die ersten nachweisbaren Faschingsaktivitäten in Absam nachweisbar.

Der Name Muller und Matschgerer
Der Oberbegriff für Matschgerer oder Muller (wird in den betreffenden Dörfern verschieden interpretiert) war früher der allgemein gebräuchliche Ausdruck Huttler, wie aus verschiedenen Beschreibungen der Fasnachtsbräuche in den Dörfern zwischen Innsbruck und Hall im 19.Jhd. zu entnehmen ist.Es waren mit Hutten (Stoffresten) bajazzoartig gekleidete Gestalten, die die Umstehenden mit mehligen Säcken schlugen oder sie im Gesicht mit Ruß beschmierten. Die eigentlich namensgebende Figur kommt in den gegenwärtigen Muller - oder Matschgerergruppen nicht mehr vor.

Der Sinn dieser Faschingsgebräuche
Die uralten Gesetze von Winter und Frühjahr, vom Dunkel-Dämonischen und dem Hellen-dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, die alle Ausdrucksformen bestimmen, werden hier deutlich gemacht. Im Dämonenkult glaubte man, die bösen Geister für sich zu gewinnen. Darum sind auch die Figuren der Matschgerer oder Muller diesen Jahreszeiten zugeordnet. Auch die Tänze und Gestiken der einzelnen Figuren zeigen immer den Kampf zwischen Dunkel und Hell bzw. Winter und Frühling. All dies wird in einem rytmischen Tanz im 3/4 Takt vorgeführt und läuft nach einer gewissen koregraphischen Linie ab. (Hier sind die einzelnen Tanzabläufe und Einteilungen der Gruppen je nach den Orten in dieser Region verschieden)

Der Ablauf einer Vorführung der Volderer Muller
Ein (meistens zwei) als Hiatltuxer angezogener Zieharmonikerspieler stimmt mit seiner steirischen Knopforgel einen Walzer an. Zuerst eröffnet der Klötzler mit viel Krawall die Aufführung. Nach ihm kämpfen und balgen sich Bär und Treiber am Boden, worauf dann die Hexen zu Zug kommen. Die Hauptgruppe mit den Weißen, Blauen, Zottler und Tuxer tanzen stampfend synchronisch nach dem Dreivierteltakt in den Raum. Diese Art Tanz nennt man treschtern. nach einer Weile, wenn alle Aufführenden im Raum sind, bricht die Musik kurz ab. Außer den Tuxern, die dann schuhplatteln, knien sich alle anderen im Kreis am Boden hin, um dem Zuseher die Sicht auf die Hauptvorführung zu ermöglichen. Der Spiegeltuxer (oft auch mehrere) platteln in der Mitte, während die Hiatltuxer im Kreis um diese plattelnd herumtanzen. Nach Ende der Tanzvorführung dann ein höllenspektakel, wenn sich alle dann zwischen die Zuseher mischen. Nach einer Weile, wenn die Musik aufhört, versammelt sich die ganze Gruppe und demaskiert sich. Der Abgang erfolgt treschternd wieder im Walzertakt mit der Maske auf der Schulter. Die ganze Vorführung dauert ca. 20 -30 Minuten.